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Die Herausforderung als Chance sehen – Kinder- und Jugendpastoral in Ausnahmezeiten

Seit Wochen legt die Corona-Pandemie das öffentliche Leben zum größten Teil lahm. Auch die Kinder- und Jugendarbeit des ECYD ist davon betroffen. Bernadette Ballestrem, Teil der Leitung von ECYD-Deutschland, erzählt, welche Auswirkung das auf die Aktivitäten im ECYD hat.

Wie habt Ihr im ECYD-Leitungsteam die letzten Wochen verbracht?

Ehrlich gesagt: Zuerst haben wir die Ruhe genossen, Sachen aufgeräumt, die schon länger liegen geblieben sind, und die kommenden Camps zu Ende vorbereitet. In der Karwoche war eigentlich eine Romreise geplant und danach ein Ostercamp. Leider musste beides ausfallen.

Gibt es trotz Corona weiterhin Angebote für Mädchen und Jungen im ECYD?

Seit dem Beginn von Corona haben wir eine WhatsApp-Gruppe („Take advantage“), die den Jugendlichen helfen soll, diese Zeit gut zu überstehen, sie vielleicht sogar dazu zu nutzen, um geistig zu wachsen.

Was postet Ihr in der Gruppe?

Es gibt jeden Tag einen Impuls zum Tagesevangelium. Außerdem teilen wir ab und zu Videos, die den Kindern helfen sollen, z.B. „Wie kann ich in diesen Tagen mein Gebet aufpäppeln?“. Zwischendurch machen wir auch spontane Spiele. Ein anderes Mal haben die Teilnehmer der Gruppe den Auftrag bekommen, sich etwas Kreatives auszudenken und es per Video zu teilen.

Und was kam raus?

Es waren tolle Ideen dabei. Katharina und Marcella haben zum Beispiel das Lied „Flieg mit mir um die Welt“ umgedichtet mit Corona und Klopapier. Andere haben eine Tischtennisplatte selbst gebaut.

Finden auch Online-Treffen statt?

Seit Ende der Osterferien haben wir wöchentlich zwischen 15 und 17 Uhr Online-Aktivitäten für die Jugendlichen. Bei den jüngeren Kindern beginnen wir immer mit einem Spiel. Dann gibt es eine kindgerechte Katechese und danach eine Aktivität oder ein Video, das wir uns gemeinsam anschauen. Das Treffen wird von unserer Coworkerin Patricia und unserer Postulantin Betty organisiert. Unsere Teamleiterinnen Raphaela und Becky machen einmal in der Woche ein Treffen für 11- bis 14-jährige Mädchen. Und für junge Frauen um die 15 Jahre findet dienstagsabends eine „ECYD-Night“ statt. Dabei kommen externe Referenten und sprechen über ein Thema. Organisiert wird es von unseren Teamleiterinnen Oni und Maria und unserer Coworkerin Johanna. Die Jugendlichen können dabei Fragen stellen. Einmal kam zum Beispiel ein junges Paar und hat über das Thema Beziehung gesprochen.

Gibt es auch Programm für Jungs?

Bruder Raphael, Bruder Silva und Bruder Peter haben zweimal in der Woche „Die gute Frage“ gemacht. Dabei wurde intensiv ein Thema des christlichen Glaubens behandelt, z. B. „Warum musste Jesus leiden?“, „Auferstehung und Himmel… wird das nicht ewig langweilig?“, usw. Die erste „Staffel“ ist beendet, aktuell schauen die Brüder, ob und wie es weitergeht.

Was ist dein Eindruck: Wie geht es den Kindern und Jugendlichen?

Soweit ich es mitbekomme, geht es den meisten gut. Natürlich vermissen sie ihre Freunde, die Schule und den sozialen Alltag. Die Zeit kann aber auch die Beziehungen in Familien stärken, weil bei vielen mehr Ruhe in den Alltag eingekehrt ist. Was aber nicht heißt, dass alles leicht läuft. Einige rufen an und teilen mit, was ihnen auf dem Herzen liegt.

Wie sieht es aus mit den diesjährigen Sommercamps?

Wir bereiten sie vor und hoffen, dass sie stattfinden können. Wir müssen uns an die Richtlinien der verschiedenen Länder, Bundesländer und Bistümer halten. Aber wir möchten auch kreativ sein, um, falls nötig, Aktivitäten in kleineren Gruppen anbieten zu können. Soweit es uns möglich ist, möchten wir auf jeden Fall Programm für die Kinder und Jugendlichen im Sommer anbieten. Was aber nicht vergessen werden darf: Das ECYD-Leben besteht nicht nur aus Aktivitäten, sondern vor allem aus jungen Menschen, die mit Jesus im Herzen ihren Weg gehen.

Danke.

Das Interview führte Angela Kunze

ECYD-Angebote im Überblick

Für Jungs und Mädchen:
„Freunde von Jesus“ – WhatsApp Gruppe mit Br. Peter Hemm LC zum gemeinsamen Bibellesen mit Kahoot-Quiz.
„Gute Frage“ – WhatsApp Gruppe: zweimal wöchentlich ein Zoom-Treffen mit Br. Peter Hemm LC, Br. Raphael Böhm LC, Br. Jesús Silva LC (vorerst beendet).

Für Jungs:
Tägliches Morgen- und Abendgebet mit geleiteter Meditation: WhatsApp Gruppe zu Zoom-Treffen mit P. Leonhard
8.30 Uhr, Frühaufsteher-Morningprayer
9.30 Uhr, Langschläfer-Morningprayer
20.30 Uhr, Abendgebet

Für Mädchen:
WhatsApp-Gruppe TAKE ADVANTAGE: Hilfen zum Gebet und Kommentare zum Tagesevangelium; Ideen, wie man die Quarantäne gut nutzen kann, Motivation, Zeugnis Videos.
Für Mädchen von 11-14 Jahren: ECYD AT HOME WhatsApp-Gruppe für wöchentliches ZOOM-Treffen mit Bernadette Ballestrem (gottgeweihte Frau im Regnum Christi).
Für Mädchen von 15-17 Jahren: ECYD-Night WhatsApp-Gruppe für wöchentliches ZOOM-Treffen mit Bernadette Ballestrem.

 

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Das ganze Leben in einem neuen Licht sehen

Kenne ich Sie?“, fragt Mackenzie als er erstmals „Papa“ trifft. „Nicht sehr gut, aber daran werden wir arbeiten“, antwortet „Papa“. Das Zitat stammt aus dem Buch „Die Hütte“ von William Paul Young. Die Geschichte handelt von einer Familie, die auf tragische Weise ein Kind verliert. Jahre später lädt Gott den Familienvater auf eine Reise der inneren Heilung und der Vergebung ein. Dabei stellt sich heraus, dass Gott ganz anders ist, als Mackenzie ihn sich vorgestellt hat. Gott und sich selbst in einem neuen Licht zu sehen, dazu waren 18 junge Frauen im Alter von 14 bis 17 Jahren auf den Exerzitien in Bochum und einer Kroatienreise eingeladen. 

Gott ist gut und liebt bedingungslos

Dass Gott jeden Menschen begleitet und liebt, war eine der zentralen Botschaften der Schweigeexerzitien für junge Frauen vom 12. bis 22 August 2019. Pater Klaus Einsle ging mit den Teilnehmerinnen unter der Perspektive der bedingungslosen Liebe Gottes die biblische Heilsgeschichte durch: Von der Erschaffung der Welt und des Menschen bis hin zu Jesus, seinem Tod am Kreuz und seiner Auferstehung. „Gott hat uns geschaffen, um an seiner Freude, Liebe und Wahrheit teilhaben zu können. Der ursprüngliche Plan Gottes bleibt Wirklichkeit, auch wenn wir Menschen einen anderen Weg gehen“, so Pater Klaus. Der Sinn unseres Daseins bestehe darin, immer mehr an der Freude und Fülle Gottes teilzuhaben.

Aufatmen in Gottes Liebe und Fürsorge

Ich habe auf den Exerzitien ganz neu erfahren wie es ist, mit Gott ganz offen und ehrlich über alles zu reden“, teilt eine Teilnehmerin (16) ihre Erfahrungen. Eine andere (14) erzählt: „Mir wurde klar, dass Gott echt ein guter Gott ist, der voll von Liebe und Freude ist.“ Neben den Impulsen gab es Zeit zum Ausruhen und für das stille Gebet. An einem Abend sahen sich die Teilnehmerinnen außerdem die Verfilmung von dem Buch „Die Hütte“ an. Ein Highlight für die Teilnehmerinnen war die Erneuerung der Taufversprechen.
Die Exerzitien fanden im Zisterzienserkloster in Bochum-Stiepel statt. „Wir wurden sehr herzlich aufgenommen. Ich bin jedes Mal beeindruckt von der Gastfreundschaft der Zisterzienser“, erzählt Bernadette Ballestrem, die die Exerzitien jährlich organisiert.

Zeit zum Teilen und Reflektieren am Strand

Danach verbrachte die Gruppe einige Tage in Kroatien am Meer. „Wir haben die Exerzitien und die Kroatienfahrt erstmals als eine gemeinsame Fahrt angeboten. Das war eine gute Kombination“, stellt Bernadette Ballestrem weiter fest. „Nachdem die Mädchen eine so intensive Erfahrung in den Exerzitien gemacht haben, war es sehr schön, Zeit zu haben, sich darüber auszutauschen und gemeinsam zu beten. Besonders beeindruckt hat mich, dass den Mädchen wichtig war, morgens genug Zeit für das Gebet zu haben und sie sich diese Zeit auch selbstständig nahmen.

Urlaub in Gemeinschaft mit Jesus und untereinander

Die Gruppe wohnte in einem Ferienhaus direkt am Meer. Reichlich Zeit zum Entspannen blieb den Mädchen bei einer Bootstour mit de Motorboot, bei der sie einige Inseln erkundeten. „In Kroatien haben wir entspannt, gelacht, gebetet und über die Exerzitien geredet. Die Gruppe war wirklich besonders und wir sind sehr zusammengewachsen“, erzählt eine der Teilnehmerinnen. „Wir waren täglich in der kroatischen Kirche, um an der Messe teilzunehmen. Ich war total überrascht, dass die Kirchen immer so voll waren“, teilt eine andere Teilnehmerin ihre Erfahrungen. In besonderer Erinnerung geblieben ist der Gruppe der Lobpreis am Stand. Einige Touristen blieben stehen und fragten, woher wer die Mädchen seien und woher sie kämen. „Eine Familie kannte sogar ein Lied, was wir gesungen haben, auf Spanisch. Sie haben angehalten und uns die spanische Version gezeigt“, so eine Teilnehmerin. „Für mich war der Lobpreis am Stand mein persönliches Highlight“, schließt Veronika (16), eine der Teilnehmerinnen. „Es waren hammer Tage, die ich nicht so schnell vergessen werde“, ergänzt Vroni (14).

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Spidermancamp: „Toll, dass ich so viele Freude gefunden habe!“

In Österreich fand das „Spiderman“-Sommercamp mit mehr als 40 Teilnehmern statt.

„Spiderman“ ist einfach nicht nur irgendein ein Film wie jeder andere. Peter Parker, der Hauptdarsteller, ist ein junger Mann an der Schwelle zum Erwachsenwerden, dem der Vater sehr fehlt. Er ist „anders“ als viele andere – gutherzig, blitzgescheit und nach einem Spinnenbiss zudem mit übernatürlichen Eigenschaften ausgestattet. Es lohnt sich also, sich dieser von Stan Lee geschaffenen Figur zu nähern.
Das taten Pater Leonhard Maier LC und Pater Joachim Richter LC beim ECYD-„Spiderman“-Abenteuercamp mit einer rekordverdächtigen Teilnehmerzahl von mehr als 40 Burschen in Eberstalzell in Oberösterreich auch. Denn im Film werden viele Themen eines Heranwachsenden aufgeworfen: Erfahrung von Freiheit und Verantwortung, Beziehungen zu den Erwachsenen, Eltern und zum anderem Geschlecht, die Entwicklung der Persönlichkeit, sowie Probleme und Fragen der Gesellschaft.
Und von Spiderman kann man als Christ so manches lernen: Beispielsweise handelt er, weil es richtig ist und nicht, weil es praktisch, einfach oder bequem ist. Er handelt selbstlos zum Wohle anderer, ohne seine besonderen Fähigkeiten nur zu seinem Vorteil zu verwenden. Er setzt sich mutig und heldenhaft für das Gute ein und ist bereit dafür zu leben.
Neben der Spiderman-Filmtrilogie erlebten die Burschen, die von einem Dutzend Betreuer bestens versorgt wurden, selber jede Menge Abenteuer im Wald, am See, auf der Wiese, im Wasser – nicht aber, ohne täglich die heilige Messe zu feiern und Gott auch beim Morgen- und Abendlob zu begegnen.

Betreuer Michael hat sich am Abschlusstag bei einigen Teilnehmern umgehört:

Rupi, was hat dir in diesen sechs Tagen am meisten beeindruckt?
„Es ist toll, dass ich so viele Freunde gefunden habe.“

Lukas, was macht für dich ein ECYD-Camp so besonders?
„Die Messen und die Beziehung zu Jesus – und dass man ihn hier einfach gut kennenlernt.“

Dominik, was war dein Highlight hier?
„Für mich ist das ganze ECYD-Camp ein Highlight, es ist einfach legendär. Wir überquerten zum Beispiel mit Schlauchbooten den Traunsee, gingen Kartfahren. Wir haben hier viel mehr Freiheiten als bei anderen Camps.“

Tobias, hat sich für dich durch dieses Camp etwas geändert?
Vor dem Camp habe ich Gott gelästert, weil er meine Gebete öfters nicht erhört hat: Seit ich vor wenigen Tagen dem ECYD beigetreten bin, hat sich voll viel verändert. Ich rede nicht mehr schlecht über Gott, an ihn zu glauben macht mir jetzt einfach Freude und Spaß.“

Noah, was schätzt du am ECYD-Camp?
„Dass wir ein christliches Camp sind, dass wir die heilige Messe feiern, beten und auf Gott vertrauen. Denn wenn man auf Gott vertraut und mit Gott durchs Leben geht, kann man eigentlich nur glücklich werden.“

Leonhard, was hat dich dazu bewegt, dass du aus Bayern zum ECYD-Österreich-Camp angereist bist?
„Pater Leonhard und Bruder Johannes Paul haben mich eingeladen. Die Gemeinschaft ist schön, weil lauter coole Leute hier sind und sich alle voll gut verstehen.“

Tobi, was nimmst du dir von diesem Camp mit?
„Schöne Erlebnisse wie das Reifenfahren und das Chillen am Traunsee, einfach mit den Freunden eine Gaudi zu haben. Und wenn ich jetzt so nachdenke, waren die Messen extrem spannend von den Predigten her. Vom Camp nehme ich mir den Vorsatz mit, mit dem Herrn zu leben und das Wissen, dass er einfach immer da ist für mich. Das nehme ich eigentlich ganz stark mit für mich: Der Herr ist immer bei mir, mit ihm kann ich wirklich über alles reden, ich brauche mich nicht zu schämen – zum Beispiel bei der Beichte. Das haben Pater Joachim und Pater Leonhard sehr gut erklärt.“

Auch Vater Manuel zeigte sich via WhatsApp-Elterngruppe begeistert: „Ein großes Vergelt´s Gott an Pater Leonhard & Pater Joachim und danke an Dominik Reindl inkl. kompletten Betreuerteam mit Coworkern, Küchenteam, Putztrupp – und nicht zu vergessen die Familie Stinglmayr, die das Haus zur Verfügung gestellt hat! Unsere Burschen hatten die sechs Tage so viel erleben dürfen! Action, Spiel, Spaß, neue Freundschaften, auch neue und bessere Freundschaft mit Jesus und vieles mehr! Danke an euch alle, die ihr eure Freizeit opfert, um ehrenamtlich ohne Bezahlung den Burschen schöne unvergessliche Tage zu bereiten! Gottes reichen und FETTEN Segen, im Namen aller Eltern, an euch ALLE!

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Auf dem Weg zu einer ungezähmten Männlichkeit

Mir hat die Nachtanbetung und das Wakeboardfahren richtig gut gefallen“, erzählt Benjamin (14). Er ist einer von 10 Jungen im Alter von 14 bis 17 Jahren, die in diesem Sommer an einem ECYD-Camp in Tannheim teilgenommen haben. Ziel des Camps war es, die Jungs im menschlichen, geistlichen und sportlichen Sinn herauszufordern: Dazu gehörte das tägliche Miteinander in der Gemeinschaft, Canyoning, Wakeboarding, Bergsteigen, der Besuch einer ZIP-Bahn, sowie der tägliche gemeinsame Rosenkranz und die Feier der heiligen Messe.

Der Mann ist vom Temperament her ein Abenteurer und Kämpfer. Es ist für einen Jungen bestätigend und wichtig, an seine Grenzen zu gehen und die Erfahrung zu machen, dass er der Herausforderung gewachsen ist“, weiß Pater Klaus Einsle aus seiner jahrelangen Arbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen. „Das Canyoning brauchte zeitweise echten Mut, aber als die Jungen es geschafft hatten, waren sie erfüllt und strahlten“, fährt er fort. „Die Jungs haben gelernt, über ihren Schatten zu springen“, ist Abraham Stehmer (29), einer der Teamleiter, überzeugt.

Mir hat am besten das Wakeboarding und Canyoning gefallen. So etwas habe ich noch nie erlebt. Und die Anbetung war richtig schön. Ich war ganz allein mit Jesus und konnte einfach mal richtig mit ihm reden“, erzählt Elias (13). In der Nachtanbetung verweilten die Jungen jeweils 30 oder 60 Minuten einzeln vor der Eucharistie. „Mein absolutes Highlight war die Nachtanbetung. Es war sehr erfüllend und ich konnte dort richtig gut beten. Mir sind einige Dinge aufgegangen, die mir davor nicht bewusst gewesen waren“, fügt Isidor (16) hinzu.

Inhaltlich ging es auf dem Camp um das Thema Männlichkeit. „Identität kann man sich nicht selber geben“, so Pater Klaus. „Die Identität wird einem zugesprochen. Deswegen ist insbesondere die Rolle des Vaters für ein Kind unersetzlich. Er spricht ihm seine Identität zu und stärkt sie darin.“ Die Identität wachse dort, wo die unterschiedlichen Geschlechter in ihrer Verschiedenheit angenommen und gewürdigt werden würden.

Es erfüllt mich zu sehen, wie die Jungs sich über das Camp freuen. Dafür lohnt sich die Mühe!“ meint Abraham Stehmer. Zudem habe er auch als Teamleiter von vielen Dingen profitiert, wie zum Beispiel von den Gebetszeiten oder den Vorträgen. „Mich hat es überrascht, dass die Jungen jeden Abend stundenlang Gesellschaftsspiele spielen wollten“, teilt Pater Klaus seine persönlichen Erfahrungen, „die Jungs haben das richtig genossen.“ Elias bestätigt das: „Die Spieleabende waren lustig. Ich hatte eine richtig schöne Zeit mit den anderen.

Geleitet wurde das Camp außerdem von Pater Raphael Ballestrem LC und Pater Alejandro Espejo LC.

 

 

 

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„Du bist eine VIP im Herzen Gottes“

600 Kilometer ist das Vorbereitungsteam in den Süden (Allgäu) gefahren, um 30 Mädchen eine Ferienwoche zu ermöglichen, in der sie nicht nur Spaß, Gemeinschaft und spannende Aktivitäten erleben, sondern auch den Blick ihres himmlischen Vaters besser kennenlernen. Angela Kunze (27), eine der Betreuerinnen, erzählt von ihren Erfahrungen.

Ich habe gar nicht mitgezählt, auf wie vielen Camps ich schon war. Es waren ziemlich viele. Trotzdem ist jedes Camp einzigartig. Klar, denn jedes Mal sind auch andere Menschen dabei. Dieses Mal waren Mädchen im Alter von 11 bis 14 Jahren auf dem Camp, dazu noch 7 Teamleiterinnen, inklusive mir.
Ich gehörte zu der ersten Gruppe, die ankam und das Haus vorbereitete. Da das Thema „VIP im Herzen des Vaters“ lautete, hatten wir uns einiges ausgedacht: Jedes Mädchen wurde von einer Teamleiterin, die sich als Security verkleidet hatte, persönlich begrüßt und bekam ein VIP-Bändchen um das Handgelenk. Im Haus hatten wir außerdem eine VIP-Lounge vorbereitet, den Teilnehmerinnen wie im Hotel kleine Shampoos und Duschgel aufs Bett gelegt und an der Kapelle das Schild „MIP“ (für „most important person“, d h. „wichtigste Person“) angebracht.

Am ersten Abend ging es direkt bunt zu. Eine Band, die von den Teamleitern inszeniert wurde, führte das VIP-Motto-Lied auf und gab ein kurzes Interview. Direkt danach erfuhren wir, dass jemand aus dem Security-Team umgebracht worden war. Das war die Einleitung für unser „Cluedo-Live“. Das Spiel habe ich mir analog zu dem Brettspiel „Cludeo“ ausgedacht: Die Mädchen teilten sich in Teams auf und versuchten herauszufinden, wer, an welchem Ort und mit welchem Gegenstand das Opfer umgebracht hat. Das war ein gutes Spiel, um aufzutauen und sich kennenzulernen.

Am nächsten Tag hatten wir viel Spaß bei einem Geländespiel und bei den Workshops am Nachmittag. Die Mädchen machten Cupcakes, drehten ein Musikvideo, tanzten oder schauspielerten. Am Abend kamen sogar Justin Bieber und eine christliche Sängerin in Form von zwei verkleideten Teamleiterinnen zu Besuch in die VIP-Lounge und gaben ein Interview. In guter Erinnerung bleibt vielen sicher das Wasserskifahren. Ich war sehr beeindruckt von den Mädchen: Einige haben sich nach dem Start kein einziges Mal auf dem Wasser halten können und haben sich dennoch nicht entmutigen lassen. Die anderen Mädchen fieberten mit und feuerten an. Auch beim Klettern konnte ich beobachten, wie die Mädchen Rücksicht aufeinander nahmen und sich gegenseitig ermutigten. Das war wirklich schön, zu beobachten – und hat mich ein wenig aufgemuntert, da ich zuvor überhaupt keine Lust aufs Klettern gehabt hatte. Eine Fahrt mit der Sommerrodelbahn und ein Besuch im Badesee machte den Tag für die Teilnehmerinnen dann noch perfekt.

Viel gelacht haben wir beim Promidinner. Ich war sehr beeindruckt von dem Mut und der Kreativität der Teilnehmerinnen: Jede Teilnehmerin sollte sich als Promi verkleiden. Was überhaupt nicht von uns Teamleitern geplant war: Dass sie auch noch als entsprechender Promi performen. Doch die Mädchen haben nicht lockergelassen und so konnte ich nicht nur einen Auftritt der O´bros genießen, sondern auch von Justin Bieber, Ed Sheeran, Lady Gaga und einigen anderen. Und das alles kostenlos! Teamleitersein ist echt schön, wenn man von den anstrengenden Parts absieht. Und auch mit diesen konnte unser Team leben. Denn wir wissen, warum wir dieses Camp machen und unsere Hoffnung ist, dass jedes einzelne Mädchen auch nach dem Camp in eine tiefe Freundschaft mit Jesus, dem „MIP“ hineinwächst, der sich so klein machte, um uns zu zeigen, wie lieb er jeden einzelnen Menschen hat.

Ein Dank gilt P. Bertalan Egervari, der die Messen hielt und Beichte hörte, Bernadette Ballestrem, die die geistliche und organisatorische Leitung übernahm, den vielen Teamleiterinnen und helfenden Händen, sei es in der Küche oder im Hintergrund bei der Verwaltung, die dieses Camp möglich gemacht haben.

 

Rätsel zu den VIPs in der Bibel und vieles mehr: Hier geht es zu unserem Campheft für die Teilnehmerinnen!

 

Fotos von der Veranstaltung:

 

 

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Ein Entdeckercamp für Römerfans

15 Jungen im Alter von 7 bis 13 Jahren nahmen in diesem Sommer am Gladiatorencamp in der Eifel teil. Dort erlebten sie nicht nur Spannung, Sport und Action, sondern lernten auch Jesus als „Kämpfer für das Gute“ kennen.

In die Welt der Römer eintauchen

Selber eine Rüstung bauen, ein Geländespiel und Training mit verschiedenen Übungen, sowie ein Tavernenabend mit Spielen und der Besuch einer Schmiedewerkstatt und eines Hindernisparcours standen bei dem Gladiatorencamp des ECYD auf dem Programm. „Die Welt der Gladiatoren ist für die Jungs sehr spannend“, erklärt Pater Raphael den Hintergrund des Camps. „Auch Jesus ist ein Kämpfer, der alles gegeben hat. Aber seine Art zu kämpfen, war eine vollkommen andere. Er hat nicht nur auf sich selbst vertraut, sondern auf seinen Vater im Himmel.

Im christlichen Sinne „alles geben“

Was bedeutet es, sein Leben wie Jesus hinzugeben?Um mutig Zeugnis geben zu können, brauchen wir das tägliche Gebet“ fährt Pater Raphael fort. „Auch für Jesus war das Gebet Quelle der Kraft auf seinem Weg. Der heilige Paulus schreibt: „Alles vermag ich durch den, der mich stärkt“ (Phil 4, 13). Wir müssen Gott suchen, ihm täglich im Morgen- und Abendgebet begegnen, aber auch durch kleine Taten der Nächstenliebe die Hingabe einüben.“ Diese Hingabe könne zum Beispiel darin bestehen, den Müll rauszubringen oder in der Schule mutig den Glauben zu bekennen. Pater Raphael ermutigte die Teilnehmer außerdem, ihre Talente zu entfalten und sie in den Dienst des Nächsten zu stellen. „Das ECYD lädt die Jugendlichen zu einer Haltung des Dienens und der Zuversicht ein, die Herausforderungen des Alltags mutig anzugehen. Diese Haltung braucht tägliche Übung. Auf den Camps beten wir gemeinsam und nehmen uns kleine Vorsätze vor, um in diese Haltung hineinzuwachsen“, fährt er fort. Auf dem Camp sammelten die Jungen bei den Einwohnern von Walsdorf (Eifel) Gebetsanliegen und beteten in einer Anbetung für diese.

So haben die Teilnehmer und Teamleiter das Camp erlebt

Am meisten hat mir die gute Stimmung gefallen, die Gemeinschaft, gegenseitige Rücksichtnahme und Hilfsbereitschaft. Das war noch besser als bei uns in Venezuela“, erzählt Teamleiter Ignacio (16), der als Sommercoworker für einige Wochen auf den deutschen ECYD-Camps mitarbeitet. „Am Anfang war es schwer für mich, mich auf Deutsch auszudrücken. Am Ende fiel es mir leichter. Ich habe auf dem Camp gelernt, auf die Jungs einzugehen und auch mich selbst besser kennengelernt“, fährt er fort.
Ivan (9) ist besonders der Kletterwald in positiver Erinnerung geblieben. Aber auch den täglichen Besuch in der Kirche fand er gut, „weil Jesus immer da ist“. Jakob (13) ist begeistert vom Hindernisparcours: „Er hat viel Spaß gemacht und wir waren richtig herausgefordert.“ Teamleiter Benedikt (17) sieht das ähnlich: „Die Jungs haben gelernt, als Team zu arbeiten und waren physisch gefordert. Das tat ihnen sehr gut.

 

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Eine richtige Heldin werden

18 Mädchen im Alter von acht bis zwölf Jahren nahmen in diesem Sommer am Heldencamp auf einem Reiterhof in Hohenfels-Essingen teil.

Den tiefen Sinn entdecken

Heldengeschichten berühren uns. Vor kurzem ist „Der König der Löwen“ noch einmal verfilmt worden: Der junge Königssohn Simba muss fliehen, als sein böser Onkel nach dem Tod von Simbas Vater die Herrschaft an sich reißt. Fern von seiner Heimat vergisst Simba, wer er ist. Erst seine Jugendfreundin Nala und der weise Rafiki können Simba dazu bewegen, sich seiner Angst zu stellen und das Königreich zu befreien. Die Realität ist vielschichtiger als der Film es zeigt. Gleichzeitig beinhaltet er eine tiefe Botschaft, die nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene gilt: Es lohnt sich, die eigenen Ängste und bequemen Gewohnheiten zu überwinden und sich für das Gute einzusetzen.

Jesus als echter Held

Wenn man genauer hinsieht, lassen sich zwischen den scheinbar simplen Heldengeschichten und dem Leben Jesu zahlreiche Parallelen entdecken: Im Einsatz für das Gute und Bezwingen des Bösen ist Jesus ein echter Held. Jesus hat sich ganz dem Willen des Vaters hingegeben, unabhängig davon, was andere von ihm denken. Er hat Herausforderungen nicht gescheut und letztendlich mit dem Leben bezahlt, um alle Menschen zu retten. Aber es ist eine Story mit „Happy End“: Der Vater hat ihn von den Toten auferweckt. Und damit endet die Geschichte nicht. Das Evangelium erzählt davon, dass Jesus Menschen berufen hat, ihm nachzufolgen. Diese „Helden“ haben seitdem in den verschiedensten Generationen Zeugnis von Jesus gegeben.

„Kann auch ich ein Held sein?“

Auf dem Camp wurde den Mädchen schnell klar: Es braucht keine Superkräfte, um eine Heldin zu sein. „Ich habe gelernt, dass schon kleine Sachen reichen, um die Welt zu verändern“, meint Rosalie (11). Zu Beginn leisteten die Teilnehmerinnen ein Heldentraining ab, bei dem Teamgeist gefragt war. „Helden arbeiten im Team“, ist eine Teamleiterin überzeugt, „deswegen war es uns wichtig, dass die Mädchen lernen, sich gemeinsam Herausforderungen zu stellen“.  „Mir haben die Spiele im Garten sehr gut gefallen, weil es am meisten darum ging, etwas zusammen zu schaffen“, erzählt Clara (9). Aber auch den täglichen Reitunterricht fand sie gut. Ein besonderes Highlight für die Teilnehmerinnen war das Heldendinner, bei dem jedes Mädchen sich als Heilige verkleidete. „Ich möchte versuchen, auch zuhause eine Heldin zu sein, indem ich zum Beispiel zuhause helfen“ nimmt Clara sich am Ende des Camps vor. Und wie in jeder guten Heldengeschichte lässt das nächste Abenteuer sicher nicht auf sich warten.

 

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Engel für 10 Tage – ein ungewöhnlicher Kindergarten

Fast 50 Kinder haben in diesem Sommer während der Rheinkirmes in Düsseldorf einen ungewöhnlichen Kindergarten besucht: Er befindet sich direkt neben der Kirmes in einem Zelt. Während Mama und Papa in den Sommerferien als Schausteller und Marktleute arbeiten müssen, können die Kinder sich dort wohl behütet austoben und neue Freundschaften schließen. Möglich wurde das durch acht „Engel“, Jugendliche, die als Freiwillige die zehn Tage ihrer Ferien geben, um ehrenamtlich Kinder zu betreuen.

Die Vorbereitungen beginnen schon einige Wochen vorher“, erzählt Lioba Kaluza (Foto oben: 1. Reihe, 2. von links), die diesjährige Leiterin des Programms. „Es müssen Spielsachen bestellt und einige andere Sachen organisiert werden. Doch diese Zeit ist noch eine vergleichsweise ruhige Zeit. Sobald der Kindergarten auf der Kirmes losgeht, spielen wir nicht nur mit den Kindern und haben Spaß, sondern schlichten auch Streit, trösten und setzen uns mit den Wünschen und Nöten der Eltern auseinander.

Jeden Tag von 13 bis 18:30 Uhr betreute ein Team von acht Helferinnen die Kinder der Schausteller im Alter von einem bis sechs Jahren. Vormittags bereiteten sie besonderes Programm für die Kinder vor, danach mussten sie das Kinderchaos – verteilte Puzzleteile, Autos, Malfarben und Co – noch aufräumen.  „Es geht nicht nur um den Spaß und den Glauben, sondern auch darum, für sich selbst und für die Kinder Verantwortung zu übernehmen. Es ist meiner Meinungen nach eine der intensivsten Veranstaltungen des ECYD, weil man jeden Tag aufs Neue an seine Grenzen geht und über sich selbst hinauswachsen muss. Alles in allem kann man aber sagen, dass sich die Mühe und Arbeiten dieser zehn Tage voll auszahlen, wenn man die Dankbarkeit der Eltern und Kinder spürt“, fährt Lioba fort.

Durch den Kindergarten kann ich meinem Mann am Stand helfen und weiß meine Kinder in guten Händen“, erzählt eine Mutter. Das Projekt wird in Kooperation des Erzbistums Köln, der
Schaustellerseelsorge und des ECYD jährlich für die Kinder angeboten. Das ECYD stellt dabei die Helferinnen und ist für das Programm verantwortlich.

Ein besonderer Dank gilt Bernadette Ballestrem, die das Projekt seit Jahren leitet.  

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Echt jetzt? Pater Maximilian Kolbe und Johannes Paul II. als Vorbilder für Burschen

Wenn ein Team von Burschen zu einem internationalen ECYD-Fußballturnier nach Krakau reist, dreht sich nicht alles nur ums runde Leder. Schon gar nicht, wenn Pater Leonhard Maier LC die Fahrt organsiert hat – und die jungen Teilnehmer mit den Heiligen Pater Maximilian Kolbe und Johannes Paul II. in Berührung kommen. 

Ich war schon zum dritten Mal in Krakau dabei, erstmals besuchten wir auch das ehemalige KZ Auschwitz“, schildert Martin (15) aus der Obersteiermark. Pater Maximilian Kolbe ging für einen anderen Häftling, einen Familienvater, in den stickigen Hungerbunker des KZ Auschwitz. Selbst dort sang und betete er noch und brachte Mitverurteilte dazu, trotz der unvorstellbaren Qualen in Liebe und Verzeihung zu sterben.

Vor der Todeszelle eines Menschen zu stehen, der für einen Fremden alles hingegeben, sogar sein Leben geopfert hat, kann man damit als junger Christ etwas anfangen?Ja, doch, wir haben sehr viel von seinem Leben erfahren“, sagt Martin. Pater Leonhard habe über den Heiligen gepredigt und der mitgereiste Vater Andreas Mayer über ihn erzählt, außerdem habe man den Film „Leben für Leben“ gesehen. „Pater Maximilian Kolbe war unglaublich mutig, er hat die Ritterschaft der Unbefleckten gegründet und eine Stadt der Unbefleckten Gottesmutter Maria erbaut – eigentlich war es ein Barackendorf“, schildert Martin. „Er war auch Missionar durch die Medien und hat mit seiner Zeitschrift „Bote der Unbefleckten“ Millionenauflagen erreicht. An ihm sieht man sehr gut, dass Liebe, Hingabe und Gebet immer etwas bewirken – und wenn man sich Maria anvertraut!

Nicht nur Pater Maximilian Kolbe könne ein Vorbild sein, sondern auch Johannes Paul II., ist Martin überzeugt. „Wir haben sein Heiligtum, die Kirche mit seinen Reliquien besucht. Mich hat sehr beeindruckt, wie er mit seinem Attentäter im Gefängnis gesprochen und ihm sogar verziehen hat. Ich wüsste nicht, ob ich das könnte. Zu vergeben ist oft im Kleinen schon sehr schwierig.“ Zudem sei Johannes Paul II. ein Papst der Jugendlichen gewesen, sagt er. „Er hat sich auch fürs ECYD eingesetzt!

 

Martin bei einem Konzert von O´Bros im November 2018, das vom ECYD Austria und von der Freien Christengemeinde Wels veranstaltet wurde.


Für Martin hat die alljährliche Krakau-Fahrt einen besonderen Klang
. „Vor drei Jahren machte er dabei Bekanntschaft mit dem ECYD. Seine zweite Fahrt war der Auslöser dafür, dass er danach regelmäßig bei Veranstaltungen von ECYD mitgemacht hat“, schildert Pater Leonhard. „Martin ist dann dem ECYD beigetreten und gründete in seiner Heimatgemeinde ein kleines Team, das vom Pfarrer unterstützt wird. Drei seiner Freunde waren seitdem bei Wochenenden und Camps dabei. Die Eltern sagen, das die Jungs sozusagen ihre eigene Sache hätten und sich in der Kirche wieder mehr zu Hause fühlten“, freut er sich. „Einer von Martins Freunden geht seit einem GetStrong-Wochenende wieder gerne regelmäßig in die Sonntagsmesse.

Das ECYD bedeutet Martin sehr viel: „Das ist für mich eine tolle Gemeinschaft, wo ich auftanken kann. Bei uns daheim bin ich als jugendlicher Christ, der seinen Glauben bewusst leben möchte, beinahe Einzelgänger. Das ECYD zeigt mir, dass es auch andere junge Leute gibt, denen der Glaube wichtig ist.“ Das sei ihm sehr viel wert, betont er. „Wir haben viel Spaß miteinander. Man kriegt bei den Wochenenden viele neue Impulse, sieht super Filme. Das alles hilft, dass ich den Glauben seit dem Beitritt zum ECYD bewusster lebe.Ob er ein Beispiel dafür hat, wie sich das im Alltag zeigt?Beim regelmäßigen Abendgebet. Denn mit dem Beitritt habe ich mich für Gott und das regelmäßige Gebet entschieden.“ Was ändert sich durchs Beten? „Wenn ich täglich am Abend konsequent bete, ist oder geht im Leben meistens ziemlich alles in Ordnung. Da passt schon viel mehr oder sogar alles zusammen, man bekommt immer mehr ein Gespür dafür, Gott zu finden. Wenn man Gott im Gebet Zeit schenkt, kriegt man eine tiefere Beziehung zu ihm. Ich bekomme Antworten auf die Fragen, was Gott von mir will, wie mein Leben aussehen soll. Ich entscheide bewusster, wie ich als Christ im Alltag handle. Und wenn ich für jemand bete, den ich nicht mag, kann ich den anderen zwar nicht verändern, aber beim Beten für ihn ändert sich meine Einstellung. Dann kann ich besser mit ihm auskommen.“ 

Wenn Gott zur Hauptsache wird, gerät vieles zur Nebensache. Zum Beispiel der vorletzte Platz der Mannschaft U16 beim Fußballturnier in Krakau – aber sicher nicht der zweite Platz der U13!

Hier ist ein Kurzvideo von der Fahrt verlinkt. Fotos von der Krakau-Fahrt 2019 sind auf Flickr zu finden.

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Ein Teamleiter, der nicht nur einen „Rotzlöffel mit 14 Jahren“ sieht

Jonas Schäfer ist 23 Jahre alt und studiert in Köln Geschichte und Latein auf Lehramt. Er engagiert sich seit mehreren Jahren ehrenamtlich als Teamleiter im ECYD. Im Interview spricht er über seine Erfahrungen und warum ein pubertärer Teenager für ihn mehr ist, als ein „Rotzlöffel mit 14 Jahren“:

Jonas, du warst schon als Kind im ECYD. Wie hast du es eigentlich kennengelernt?

Über meine Eltern. Die begegneten in Medjugorje einem Pater von den Legionären Christi, der ihnen von den ECYD-Camps erzählte. Bei uns im Sauerland gab es keine katholischen Jugendangebote, deswegen haben meine Eltern nicht lange nachgedacht und mich angemeldet.
Das erste Camp war in Werl. Ich kann mich sehr gut an das „Capture the flag“-Spiel erinnern. Ich kannte das Spiel vorher noch nicht und es war ein echtes Abenteuer für mich. Beim nächsten Camp war ich in Paris. Dort waren wir im Asterix-Park und haben Lasertag gespielt.

Also haben deine Eltern für dich entschieden.

Ja. Aber mit der Zeit, habe ich selber die Initiative ergriffen und wollte von mir aus auf die Camps. Zum einen, weil es für mich Abwechslung im Vergleich zum Alltag bedeutete, zum anderen, weil die Gemeinschaft untereinander cool und das Ambiente sehr wertschätzend war. Ich hatte im Verlauf der Zeit neue Freundschaften geschlossen und die Camps waren eine gute Gelegenheit, sich wiederzusehen. In dem Alter habe ich mich noch nicht so sehr für den Glauben interessiert.

Jetzt bist du Teamleiter im ECYD. Was motiviert dich dazu?

Jonas bei einer Pilgerfahrt in Israel

Meine Motivation geht von meinem Beruf aus, weil ich merke, dass es mir Freude macht, mit Kindern zu arbeiten und glaube, dass es mir liegt. Ich kann in der Jugendarbeit sehr authentisch und witzig sein. Gleichzeitig möchte ich den Jungs helfen, dass aus ihnen Jugendliche und Erwachsene werden können, die das Leben meistern. Ich denke, dass in jedem Kind viele Talente stecken. Wenn damals mein Talent nicht entdeckt und gefördert worden wäre, hätte ich wahrscheinlich einen anderen Weg eingeschlagen. Ich möchte, dass Jungs, die eine ähnliche Biografie wie ich haben, Erfahrungen von Freundschaft machen, dass sie lernen, Verantwortung zu übernehmen und ihre Zeit nicht nur mit ihren Handys zu verschwenden. Ich möchte ihnen Sinn und Freude am Leben vermitteln.

Und wie finden die Jugendlichen Sinn und Freude am Leben?

Jonas als Moderator bei der „Wir wetten dass Show“ 2019

Das ist eine sehr komplexe Frage. Ich glaube Sinn entdeckst du dann, wenn du merkst, dass dein Leben einen Unterschied macht, weil es dich, so wie du bist, nur einmal gibt. Ich arbeite im ECYD vor allem mit Jungs und spreche daher aus ihrer Perspektive: Jungs brauchen Verantwortung. Ich glaube nicht, dass die Gesellschaft Jungen ausreichend Verantwortung lehrt bzw. abverlangt, u.a. weil wir in einer Konsumgesellschaft leben, in der der Sinn im oberflächlichen Spaß zu liegen scheint. Aus meiner Erfahrung in der Schule würde ich sagen, dass alles immer „leichter“ wird, in dem Sinne, dass die Kinder nicht mehr herausgefordert werden, treu und beständig an etwas dran zu bleiben bzw. für etwas einzustehen. Aber gerade die Erfahrung der Übernahme von Verantwortung ist später wichtig, wenn die Jungen im Beruf stehen und eine eigene Familie gründen wollen.

Was war deine schönste Erfahrung als Teamleiter im ECYD?

Ich habe ein Coworkerjahr an einer Schule in Dublin in Irland gemacht. Am Ende des Schuljahres kam ein Kind zu mir und hat gesagt: „Ich bin so dankbar, dass Sie mich nicht aufgegeben haben“. Da steckte eine große Lehre für mich drin, nämlich die Frage: „Wie sehen wir die Kinder?“
Zum einen ist da der Ist-Zustand, in dem die Jugendlichen pubertär sind, keine Lust haben, irgendetwas zu tun, etc. Aber die schöne Erfahrung ist, zu sehen, was aus demselben Kind nach einem Jahr werden kann oder auch schon nach einem Camp. Das Kind hat Schritte gemacht, die es vorher nicht gegangen ist. Dieses kleine „Samenkorn“, das man auch als Teamleiter bewässern darf, hat sich entwickelt, in einer Weise, wie man es vielleicht nicht erwartet hatte, aber die gut ist.

Wo müssen wir noch lernen?

Für eine nachhaltigere Arbeit im ECYD ist meiner Meinung nach notwendig, dass sich mehr Laien verbindlich engagieren. Eine weitere Herausforderung ist, dass die ECYD-Teams geographisch meist weit auseinanderliegen, was es den Teamleitern fast unmöglich macht, die Kinder öfter zu sehen. Deswegen plane ich aktuell mit Pater Raphael Ballestrem, GetStrong-Wochenenden in NRW zu organisieren. Ausbildung kann nur dann geschehen, wenn man sich wirklich Zeit nimmt. Wir müssen die Kinder und Jugendlichen über einen längeren Zeitraum begleiten, damit unsere Arbeit nachhaltig ist. Ich denke, das ist eine Entwicklung, die uns noch in den nächsten Jahren beschäftigen wird.

Vielen Dank.

Das Interview führte Angela Kunze.