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Camps

Türen in eine andere Welt öffnen, um die eigene besser zu verstehen

Morgen starten drei ECYD-Conventions in Deutschland. Bei den Mädchen wird das alljährige Treffen an Karneval zum dritten Mal in der magischen Welt Narnia spielen (zuletzt 2011 und 2014). Doch jedes Jahr haben wir Teamleiterinnen neue Ideen!

Vom Mädchen zur Maus

In wenigen Stunden treffe ich mich mit der Coworkerin Clara Knauf, die mir helfen wird, mein Mauskostüm zu basteln. Dieses Jahr spielt die ECYD-Convention der Mädchen vom 1. bis 5. März 2019 in der magischen Welt „Narnia“, die von dem Schriftsteller C. S. Lewis (1898-1963) entworfen wurde. C. S. Lewis hatte sich 1931 zum Christentum bekehrt. In seiner siebenbändigen Kinderbuch-Reihe „Narnia“ fließen daher immer wieder christliche Motive, wie zum Beispiel die Erschaffung der Welt, das Opfer Jesu oder auch die Auferstehung ein. Im dritten Teil der Romanreihe treffen die Kinder Lucy, Edmund und Eustachius auf den Prinzen Kaspian, der mit seiner Mannschaft nach sieben Schwertern sucht, um das Böse zurückzuschlagen. Deswegen segeln sie mit dem Schiff „Morgenröte“ durch ganz Narnia.

Willkommen in Narnia!

Und so werden auch unsere Mädchen am 1. März mit den Worten „Herzlich willkommen an Bord der Morgenröte!“ begrüßt. Jedes Mädchen darf sich in eine Liste eintragen und wird später einer eigenen Mannschaft zugewiesen. Wahrscheinlich stecke ich dann schon in einem Mauskostüm, denn eine wichtige Figur im dritten Band der Narnia-Reihe ist die Maus Riepischiep. Riepischiep ist ein treuer Freund von Aslan, dem Löwen, der Narnia erschaffen hat. Im Film gibt es einige sehr schöne Szenen, in denen Aslan den Hauptfiguren begegnet. Lucy wünscht sich beispielsweise so schön wie ihre Schwester zu sein. Als sie ein magisches Buch findet, spricht sie einen Zauberspruch, der sie in sie verwandeln soll. In einem Traum sieht sie, dass sie so schön aussieht wie ihre Schwester. Doch mit Erschrecken stellt sie fest, dass die eigentliche Lucy gar nicht mehr existiert. Der Traum bricht ab und Lucy blickt in einen Spiegel. Hinter ihr taucht der Löwe Aslan auf.

„Was hast du getan, mein Kind?“
„Ich weiß es nicht. Es war fürchterlich.“
„Aber du hast es gewählt, Lucy.“
„So habe ich das alles nicht gewollt. Ich wollte auch nur so schön sein wie Susan. Sonst nichts.“
„Du hast dich fortgewünscht und damit noch viel mehr. Deine Brüder und deine Schwester würden Narnia ohne dich nicht kennen, Lucy. Du hast es als erste entdeckt, weißt du?“
„Es tut mir so leid.“
„Du zweifelst an deinem Wert. Laufe nicht vor dir selbst davon.“

Diese Szene werden wir auf dem Camp näher betrachten. Viele Mädchen, gerade im Alter der Pubertät, haben Schwierigkeiten damit, sich selbst anzunehmen. Deswegen ist es uns wichtig, ihnen immer wieder vor Augen zu führen, wie sehr sie von Gott geliebt und angenommen sind. Wenn wir in der Bibel nachlesen, stellen wir fest, dass auch Jesus versucht worden ist und um die Herausforderungen weiß, mit denen wir Menschen konfrontiert sind. In einer Bibelbetrachtung sollen die Mädchen in Kleingruppen die Gelegenheit haben, Jesus besser kennenzulernen, aber auch ihre Fragen und Zweifel zu äußern.

Jesus und die Mädchen im Zentrum des Camps

Dieses Jahr werden wir das Camp auch in besonderer Weise im Gebet begleiten. Neben den üblichen gemeinsamen Morgen- und Nachtgebeten bieten wir an, dass die Teilnehmerinnen zu den Teamleiterinnen kommen können und für das, was ihnen auf dem Herzen liegt, beten lassen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ein solches persönliches Gebet sehr heilsam und aufbauend ist. Die Mädchen können auf diese Weise Gottes Zuspruch spüren und die betende Person nimmt Anteil am Blick Jesu, der jedem Menschen mit Barmherzigkeit und Liebe begegnen möchte.

Besonders bereichernd finde ich, dass dieses Jahr so viele Teamleiterinnen auf dem Camp dabei sind. Ich kann mich noch daran erinnern, dass ich als junges Mädchen zu den Älteren aufgesehen habe. Und für die Teamleiterinnen ist es auch eine schöne Gelegenheit, ihre eigenen Erfahrungen mit der jüngeren Generation zu teilen. Auf dem Camp werden einige Leiterinnen, während der Busfahrt zur Skihalle nach Neuss, von ihren Erlebnissen mit Gott erzählen, z.B. was sie auf dem Weltjugendtag erlebt haben, ein Zeugnis über Selbstannahme, eine Erfahrung vom Sommer als ECYD-Coworkerin.

Gerade jetzt in den Tagen vor dem Camp stecken wir alle im üblichen Vorbereitungsstress. Aber ich habe immer die Erfahrung gemacht, dass am Ende des Camps sowohl Teilnehmerinnen als auch Teamleiterinnen bereichert nach Hause gehen.

Am Ende des Filmes „Narnia – Die Reise auf der Morgenröte“ sagt Aslan zu Lucy und Edmund: „In eurer Welt habe ich einen anderen Namen. Ihr müsst lernen, mich unter diesem zu erkennen.“ Mit unserer Arbeit möchten wir den Mädchen die Chance eröffnen, Jesus in ihrem Alltag, sei es in der Schule oder zuhause, tiefer zu begegnen.

Von Angela Kunze (26 Jahre)

Unsere Mannschaften: Jede Teilnehmerin zieht eine Karte mit einer Figur aus dem Film.

 

Mit ihren Schiffen segeln die Mannschaften durch das Meer. Auf jeder Insel müssen sie einen Lord einsammeln und einer Versuchung widerstehen.

 

Vorwärts geht es mit dem Würfel. Hoffentlich in die gewünschte Himmelsrichtung!

 

Unser Leitungsteam beim Seeräuberabend im Jahr 2014.

 

Der Löwe Aslan. 2014 hat eine Freundin von mir dieses Bild für das Camp gemalt.

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